Pressemitteilung
BÜNDNIS DEUTSCHLAND – Landesverband Bayern
Tuberkulose in Deutschland: 30 Jahre Entwicklung zeigen klare Zusammenhänge
Feucht, 24. März 2026 – Am 24. März 1882 entdeckte Robert Koch den Erreger der Tuberkulose. Dieser Tag wird weltweit als Welt-Tuberkulose-Tag begangen – ein Anlass, der daran erinnert, dass diese Krankheit trotz medizinischer Fortschritte bis heute nicht verschwunden ist.
Ein Blick auf die Entwicklung der letzten 30 Jahre zeigt ein differenziertes Bild:
Mitte der 1990er Jahre wurden in Deutschland noch rund 10.000 bis 12.000 Fälle jährlich registriert. Bis 2014 sank diese Zahl auf etwa 4.500 Fälle. Deutschland entwickelte sich damit zu einem Niedriginzidenzland mit stabiler gesundheitlicher Versorgung.
In den Jahren 2015 und 2016 kam es zu einem Anstieg auf über 5.800 Fälle. Dieser Ausschlag hatte nachvollziehbare Ursachen: verstärkte Zuwanderung aus Regionen mit höherer Tuberkulosebelastung, Reaktivierung bestehender Infektionen sowie intensivere Diagnostik, durch die mehr Fälle erkannt wurden.
In den Folgejahren stabilisierten sich die Zahlen wieder. Heute liegt Deutschland mit rund 4.000 bis 4.400 Fällen jährlich weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Was steigende Zahlen wirklich bedeuten
Tuberkulose ist seit Jahrzehnten medizinisch gut behandelbar. Entscheidend ist daher nicht allein das Auftreten der Krankheit, sondern der Umgang damit.
Steigende Fallzahlen entstehen nicht zufällig, sondern durch konkrete Faktoren:
- Migration aus Regionen mit höherer Tuberkulosebelastung,
- Reaktivierung früherer, oft unerkannter Infektionen,
- internationale Krisen und Instabilität,
- Defizite bei Früherkennung und Versorgung.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung:
Wo früh erkannt und konsequent behandelt wird, bleibt Tuberkulose kontrollierbar.
Gesundheitsschutz braucht funktionierende Strukturen
Für BÜNDNIS DEUTSCHLAND Bayern steht fest: Gesundheitsschutz beginnt bei funktionierenden Strukturen. Dazu gehören:
- frühzeitige und konsequente Diagnostik,
- eine verlässliche und schnelle Behandlung,
- handlungsfähige Gesundheitsämter,
- klare Regeln und transparente Information.
Birgit Ruder, Landesvorsitzende von BÜNDNIS DEUTSCHLAND Bayern und gesundheitspolitische Sprecherin, erklärt:
„Die Entwicklung der letzten 30 Jahre zeigt: Tuberkulose ist beherrschbar. Steigende Zahlen entstehen nicht zufällig, sondern dort, wo Früherkennung, Behandlung und klare Strukturen nicht konsequent umgesetzt werden. Genau hier muss Politik ansetzen.“
Fazit
Tuberkulose ist kein neues Problem – und kein Grund für Panik. Sie ist ein Gradmesser dafür, ob ein Gesundheitssystem funktioniert.
Gesundheitsschutz funktioniert dann, wenn Strukturen greifen – bei Früherkennung, Behandlung und klaren Regeln.
Birgit Ruder
Landesvorsitzende
birgit.ruder@buendnis-bayern.de
www.buendnis-bayern.de